Bündnis 90/Die Grünen

PRESSEMITTEILUNG

NR. 293 der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag
Datum: 23. August 2010

GRÜNE: Forderung nach Diplom-Titel „Ruf der Vergangenheit“

Ministerin Wanka muss sich durchsetzen

Die Forderung von den neun führenden Technischen Universitäten (TU9) sowie einigen Verbänden nach einer Wiedereinführung des Diplom-Ingenieur-Titels oder auch des Physik-Diploms haben die Landtagsgrünen als „Ruf der Vergangenheit“ bezeichnet. „Es gibt derzeit keine Belege dafür, dass Bachelor- und Master-Absolventen auf dem Arbeitsmarkt nicht gut ankommen würden“, sagte die hochschulpolitische Sprecherin Gabriele Heinen-Kljajic heute (Montag) in Hannover. Die Grünen-Politikerin verwies auf zahlreiche Initiativen von Wirtschaftsverbänden in denen gezielt um Bachelor-Absolventen geworben wird.

Die Forderungen der Technischen Universitäten und einiger Verbände seien „nicht nachvollziehbar“. „Es geht nicht um das Etikett, sondern um den Inhalt des Studiums“, sagte Heinen-Kljajic. Da müsse der Fachhochschul-Absolvent dem TU9-Studierenden in nichts nachstehen. Die Grünen-Politikerin kritisierte, dass mit einer Wiedereinführung des Diplom-Ingenieurs für die TU9-Universitäten die Abschlüsse der Studiengänge anderer Hochschulen abgewertet würden. „Das Ausscheren einiger Hochschulen würde auch das erklärte Bologna-Ziel einer höheren Mobilität konterkarieren.“

Heinen-Kljajic: „Wissenschaftsministerin Wanka muss sich in der Kultusministerkonferenz gegen ihre Kollegen aus dem Süden durchsetzen und gegen die rückwärtsgewandten Forderungen intervenieren. Auch wenn sich die Vorgaben der Politik bei der Umsetzung der Bologna-Reform oft als zu starr erwiesen haben – eine Flexibilisierung der Titelvergabe für Wenige auf Kosten aller Anderen ist kontraproduktiv.“