Gabriele Heinen-Kljajic besucht Flüchtlingskonferenz im Heidekreis

„Zukunftsperspektiven oder enttäuschte Hoffnungen? - Die Situation der unbegleiteten minderjährigen und jungen volljährigen Flüchtlinge im Heidekreis“ lautete der Titel der vierten Flüchtlingskonferenz in Soltau, an der am 9. Mai circa 40 ehrenamtlich Engagierte und Interessierte teilnahmen. Zu Gast waren neben Gabriele Heinen-Kljajic auch Ulrich Watermann (SPD), Christian Wüstenberg (DRK Soltau) und Bernd Oetzmann (Jugendhilfeeinrichtung Vier Linden).

Gabriele Heinen-Kljajic stellte sich den Fragen aus dem Publikum und berichtete zudem von den großen Anstrengungen, die das Land in Bezug auf Sprachkurse bereits unternommen hat. Man müsse sich bewusst machen, dass Integration ohne Sprachkenntnisse nicht gelingen könne. In Niedersachsen werde gerade deshalb nicht anhand des Herkunftslandes, der Bleibeperspektive oder des Aufenthaltsstatus entschieden, ob der Besuch eines Sprachkurses erfolgen kann: die Kurse stehen allen Geflüchteten offen. Für die Zukunft sei geplant noch mehr auf das Konzept der Patenschaft und Integrationslotsen zu setzen, bei dem junge Geflüchtete an die Hand genommen werden und Kontakt zu Familien vor Ort haben. Viel Kritik erfuhr an dem Abend im Heidekreis das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Die Verfahren bei Asylanträgen liefen zu schleppend. Man müsse zudem die individuellen Schicksale der Geflüchteten mehr in den Fokus rücken. Ein weiterer Kritikpunkt war die mangelhafte Zusammenarbeit der beteiligten Behörden. Christian Wüstenberg, der Integrations- und Flüchtlingsberater des DRK Soltau, mahnte eine gewisse Brutalität des Systems an in Bezug auf die Handhabung von Asylverfahren. Man müsse aufpassen, dass die jungen Geflüchteten nicht komplett desillusioniert würden.

Alle Beteiligten kamen abschließend zu der Erkenntnis, dass das Engagement im Bereich Geflüchtete im Heidekreis vorbildlich ist und dass es nun darum gehen müsse gemeinsame Lösungsstrategien für bestehende Herausforderungen zu erarbeiten. Das Format der Flüchtlingskonferenz sei hier eine gute Brücke zwischen Politik und Engagierten.

 

 

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